kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Telematikinfrastruktur der gematik

Die Telematikinfrastruktur (TI) der gematik gewährleistet den sicheren Austausch von Informationen über Sektoren und Systeme hinweg. Die Telematikinfrastruktur ist ein geschlossenes Netz, zu welchem nur registrierte Nutzer (Personen oder Organisationen) Zugang haben. Durch Einsatz starker Informationssicherheitsmechanismen wird die Telematikinfrastruktur Datenschutzanforderungen gerecht, um insbesondere Daten von Patienten zu schützen. Die eingesetzten kryptographischen Verfahren werden regelmäßig vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüft und an die neuesten technischen Entwicklungen angepasst, um langfristig die sichere Kommunikation und den Schutz von sensiblen Informationen zu gewährleisten.

Verzeichnisdienst

Immer wenn Sie einen Brief verschicken, zum Telefonhörer greifen oder eine elektronische Nachricht versenden, benötigen Sie eine bestimmte Art von Information, welche den Empfänger Ihres Kommunikationsversuches beschreibt: Die Anschrift, Telefonnummer, eMail-Adresse oder zusammengefasst die Adressdaten. So lange wir nur mit wenigen Empfängern kommunizieren wollen, können wir die Adressdaten noch im Kopf behalten. Werden es mehr mögliche oder bisher unbekannte Empfänger, greifen wir gerne auf kleine Helfer wie Telefonbücher oder elektronische Verzeichnisse zurück.

Die Kommunikation in der Telematikinfrastruktur (TI) ist ähnlich. Um jemandem einen elektronischen Arztbrief schicken zu können, benötige ich dessen Adressdaten. Bei potentiell mehr als einer halber Million möglicher Empfänger geht es ohne eine Art Telefonbuch oder Adressverzeichnis nicht mehr. In der TI übernimmt der Verzeichnisdienst (VZD) diese Funktion. Der VZD kann allerdings noch mehr. Da elektronische Arztbriefe in einem Briefumschlag stecken und so Ende-zu-Ende verschlüsselt unterwegs sind, benötigen Sie zum Versenden ein Geheimnis mit dem Sie den Brief genau für den einen Empfänger verschlüsseln können. Das Geheimnis ist im Jargon der TI ein Zertifikat. Die TI speichert ein jeweils zu Ihrem Praxisausweis passendes Zertifikat im VZD beim Eintrag zu den Adressdaten. Eine weitere Funktion ist die Möglichkeit die elektronische Unterschrift eines eArztbriefes auf Gültigkeit zu überprüfen. Dafür gibt es noch ein weiteres Zertifikat und das kommt ebenfalls in den VZD. Schließlich kann man sich in der TI mit dem Praxisausweis als Betriebsstätte eines Arztes oder Psychotherapeuten zu erkennen geben. Das ist z.B. notwendig um den Zugriff auf die elektronische Patientenakte zu regeln oder dafür zu sorgen, dass Notfalldaten nur von medizinischem Fachpersonal gesehen oder geändert werden. Das funktioniert mit noch einem weiteren Zertifikat und das ist wieder bei den Adressdaten im VZD gespeichert.

Wir haben also im VZD zusammengefasst für Ihre Betriebsstätte die Adressdaten bestehend aus

  • Name der Betriebsstätte
  • Straße und Hausnummer
  • Postleitzahl und Ort
  • Bundesland (KV-Bereich der Betriebsstätte)
  • BSNR
  • Fachgebietscodierung nach hl7 Spezifikation

plus drei Zertifikate jeweils zur Verschlüsselung, Unterschrift (Signatur) und zur Authentisierung (fachlicher Nachweis) einer Betriebsstätte.

Vermutlich fragen Sie sich, wie diese Informationen im VZD landen und wer dafür sorgt, das diese richtig und aktuell bleiben. Ihre Kassenärztliche Vereinigung Thüringen ist ab dem 1. Dezember 2020 durch §313 Abs. 5 SGB V  gesetzlich dazu verpflichtet, die uns vorliegenden Informationen über Betriebsstätten an den Verzeichnisdienst der TI zu übermitteln und aktuell zu halten. Das bedeutet, dass wir den aktuellen Stand und alle Änderungen an den obigen Datenfeldern, die Sie uns melden, an den VZD weiterleiten.

Einen ähnlichen Auftrag haben die Landesärztekammer Thüringen (LÄK) für den elektronischen Arztausweis (eArztausweis) und die Ostdeutsche Psychotherapeutenkammer (OPK) für den elektronischen Psychotherapeutenausweis (ePtA). Die Adressdaten beziehen sich dann allerdings auf Sie als Heilberufler und nicht auf Ihre Betriebsstätte, aber jeweils drei Zertifikate für die drei obigen Anwendungsfälle sind ebenfalls immer im VZD gespeichert.

In der Anwendung bedeutet das für Sie, dass wenn Sie einen elektronischen Arztbrief versenden möchten, dann tippen Sie vermutlich nur drei oder vier Buchstaben des Namens des Empfängers, den Sie erreichen möchten und erhalten vom VZD eine Auswahlliste von Empfängern, von denen einer passen könnte. Mit einem Klick in die Auswahlliste entscheiden Sie, wohin der elektronische Arztbrief gehen soll und mit welchem Geheimnis er verschlüsselt wird. Vor der Verschlüsselung wird der elektronische Arztbrief mit der Signatur von Ihrem eArztausweis oder ePtA unterschrieben. Beim Empfänger geht es umgekehrt: Der Empfänger holt sein Geheimnis aus dem Zertifikat auf seinem eArztausweis oder ePtA und entschlüsselt der elektronischen Arztbrief. Danach kann er mit Hilfe des VZD überprüfen ob die elektronische Unterschrift zum Absender passt.

Der VZD ist ein elektronisches Telefonbuch oder Adressregister, welches Ihnen das Leben mit der TI leichter machen soll. Ihre Kassenärztliche Vereinigung Thüringen trägt einen Mosaik-Stein zu diesem Dienst bei.

Weitere Informationen gibt es 

Gesetzliche Fristen

Achtung Laborärzte, Pathologen, Transfusionsmediziner oder (reisende) Anästhesisten: Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), welches am 1. Januar 2020 in Kraft getreten ist, wurde die Verpflichtung zur Anbindung an die TI auch für nicht VSDM- Pflichtige zum 30.06.2020 vom Gesetzgeber in § 291 Absatz 2b SGB V festgelegt. Hintergrund ist die vom Gesetzgeber beschlossenen Einführung weiterer medizinischer TI-Anwendungen, wie Notfalldatenmanagement (NFDM), elektronischer Medikationsplan (eMP) sowie elektronische Patientenakte (ePA).

Mit dem DVG (§ 291 Absatz 2b Satz 9 SGB V) wurde auch die Honorarkürzung (gesetzliche Sanktion für einen Nicht-Anschluss an die TI) von 1 Prozent ab März 2020 auf 2,5 Prozent angehoben. Die Honorarkürzungen von 2,5 Prozent werden voraussichtlich mit dem Honorarbescheid für Quartal 2020/2 umgesetzt.

Ab 01.01.2021 müssen auch ermächtigte Ärzte/Psychotherapeuten/Einrichtungen (§ 291 Absatz 2c Satz 4 SGB V) an die TI angeschlossen sein und als erste Anwendung das VSDM durchführen. Zu diesem Zeitpunkt werden weitere TI-Anwendungen eingeführt, wie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) auf Basis der Kommunikation im Medizinwesen (KIM, früher KOM-LE)

Finanzierung

In Anlage 32 des Bundesmantelvertrages-Ärzte (BMV-Ä) ist die Finanzierung und Erstattung, der durch die Einführung der TI entstehenden Kosten geregelt. Basis sind Pauschalen, welche je nach Anspruch, Praxiszusammensetzung und Erbringung bestimmter TI-Dienste berechnet werden. In der Regel werden die Beträge am Anfang des 2. Monats nach Abgabe der Quartalsabrechnung in einer gesonderten Anweisung ausbezahlt und in einen Anschreiben aufgeschlüsselt.

Der Nachweis erfolgte beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) automatisch über Ihre normale Quartalsabrechnung. Bei den neuen Diensten der TI wie z.B. Notfalldatenmanagement (NFDM) oder dem elektronischer Medikationsplan (eMP) wird der Nachweis über Eigenerklärungen geführt. Diese Eigenerklärungen geben Sie bequem im Mitgliederportal KVTop (Link führt in das sichere Netz der KVen) ab. Bitte senden Sie uns dazu keine Rechnungsunterlagen zu. 

Bezeichnung der PauschaleHöhe der Pauschale
Anlage 5 (NFDM/eMP)
NFDM/eMP-Pauschale gemäß § 2 Abs. 1 lit. b) i.V.m. § 2 Abs. 3 lit. a) bis d), einmalig je Vertragsarztpraxis530,00 €
Zuschlag zur Pauschale für die Betriebskosten gemäß Anlage 2 Absatz 3, quartalsweise je Vertragsarztpraxis4,50 €
Zusatzpauschale NFDM/eMP je angefangene 625 Betriebsstättenfälle gemäß Anlage 1 Absatz 4
(berechnungsfähig vom 01.10.2019 bis 30.09.2020)
60,00 €
Pauschale je stationärem Kartenterminal je angefangene 625 Betriebsstättenfälle535,00 €
Anlage 8 (eArztbrief, KOM-LE/KIM)
KOM-LE/eArztbrief-Einrichtungspauschale, einmalig je Vertragsarztpraxis100,00 €
KOM-LE-Betriebskostenpauschale je Vertragsarztpraxis, quartalsweise23,40 €
eArztbrief-Versandpauschale/Empfangspauschale, quartalsweise maximal 23,40 €

Neue Anwendungen in der TI

Der Zeitplan der gematik sieht für 2020 und 2021 mehrere neue Anwendungen vor. Dazu gehören:

  • Kommunikation im Medizinwesen, KIM - der Dienst zur Übermittlung von elektronischen Arztbriefen
  • Qualifizierte elektronische Signatur, QES - der Dienst um digitale Dokumente rechtskräftig zu unterschreiben
  • Notfalldatenmanagement, NFDM - der Dienst zur Speicherung von Notfalldaten des Patienten
  • Elektronischer Medikationsplan, eMP - der Dienst zur Speicherung aller bereits verordneten Arzneimittel des Patienten
  • Elektronische Patientenakte, ePA - der Dienst zur Speicherung aller Befunde, Diagnosen, Therapien des Patienten
  • Elektronisches Rezept, E-Rezept - der Dienst zur Übertragung von Verordnungen

E-Health-Konnektor: Firmwareupgrade

Mit der Zulassung der KoCoBox MED+ als E-Health-Konnektor (vorher war es der TI-Konnektor) gibt es ein Firmwareupgrade mit der Version 2.3.24. Die CompuGroup Medical (cgm) geht davon aus, dass jeder Kunde den E-Health-Konnektor braucht. Abgesehen davon erlischt die Zulassung der gematik für den alten TI-Konnektor mit der Firmwareversion 1.3.10 zum 30.09.2020. Deshalb hat die cgm allen Kunden die Rechnung von 516,64 € einmalig / 1,46 € mtl. für ein "Firmwareupgrade KoCoBox" gestellt ohne Bestellung. Bitte senden Sie uns diese Rechnungsunterlagen nicht zu.

Herunterladen und installieren sollen Sie das Firmwareupgrade in Eigenregie. Es nicht vorgesehen, dass ein Dienstleister vor Ort (DVO) dieses Upgrade durchführt. Nach ersten Rückmeldungen sollten Sie aber dennoch darüber nachdenken, das Upgrade und die folgenden Einstellungen am Lesegerät und dem Praxisverwaltungssystem von einem Fachmann durchführen zu lassen. Leider entstehen dadurch weitere Kosten.

Ein ähnliches Vorgehen ist nach der Zulassung des secunet konnektor "eHealth" auch von den anderen Marktteilnehmern zu erwarten, so dass es bis spätestens 01.04.2022 jedes KV-Mitglied treffen wird.

Den E-Health-Konnektor braucht die Betriebsstätte, wenn Sie Notfalldatenmanagement (NFDM) bzw. den elektronischen Medikationsplan (eMP) erstellen oder die QES-Funktion für den elektronischen Arztbrief (eArztbrief) benutzen.

Die Pauschalen für NFDM/eMP decken auch in etwa die Kosten für das Firmwareupdate ab. Mit dem Firmwareupdate alleine ist Ihre Betriebsstätte jedoch noch nicht NFDM/eMP-fähig. Sie brauchen auch eine Integration in Ihr Praxisverwaltungssystem (PVS), mit der weitere Kosten (ca. 1800 Euro bei 2 LANR und Vollstausstattung eMP/BMP) entstehen. Alternativ stellt die cgm allen Kunden ein kostenfreies Programm zur Verfügung  mit dem Sie einen Notfalldatensatz erstellen und auf die elektronische Gesundheitskarte schreiben können. Um den Notfalldatensatz schließlich elektronisch zu unterschreiben, benötigen Sie den elektronischen Heilberufeausweis (eHBA).

Leider erfolgt der Nachweis gegenüber Ihrer KVT nicht wie beim Versichertenstammdatendienst (VSDM) automatisch über die normale Quartalsabrechnung. Beim NFDM/eMP müssen Sie explizit die Eigenerklärungen im Mitgliederportal KVTop (Link führt in das sichere Netz der KVen) abgeben. Wenn alles geklappt hat, erhalten Sie sechs Wochen nach Beginn des Folgequartals nach Ihrer Eigenerklärung postalisch die Aufschlüsselung zur Berechnung der Pauschalen und einen Geldeingang.

Austausch des Telekom-Konnektors

Da sich die Telekom aus dem Geschäft mit der Telematik Infrastruktur zurückzieht, ist es für die neuen Anwendungen wie Notfalldatenmanagement oder den elektronischen Medikationsplan notwendig, dass der Konnektor bis spätestens Ende 2020 ausgetauscht wird. Die Telekom bietet Ihren Kunden dazu den Umstieg auf den Konnektor von secunet an. Das neue Gerät wird Ihnen automatisch zwischen Juni und November 2020 kostenfrei zugesendet. Die Telekom erwartet, dass Sie die Vor-Ort-Einrichtung ohne Dienstleister in der Selbstinstallation vornehmen. Sie erhalten dazu ein Paket mit dem neuen Gerät und begleitend eine Ankündigung und eine Lieferbestätigung per elektronischer Mail.

Secunet bietet den Telekom-Kunden eine Hilfe zur Umstellung in Form eines sogenannten Migrations-Guides. Das ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um die Einstellungen des alten Konnektors zu ermitteln und damit den neuen Konnektor in Betrieb zu nehmen. Für einen fast automatischen Umstieg, steht das Migrations-Tool für die gängigen Plattfomen zur Verfügung. Zum Start benötigen Sie die PIN Ihres Praxisausweises (SMC-B)  und den Benutzernamen (das ist normalerweise "admin") und das Passwort (das war initial "konnektor" sollte nun aber dokumentiert etwas anderes sein) zum Telekom-Konnektor. Zwar versucht das Migrations-Tool automatisch den alten Konnektor in Ihrem lokalen Netzwerk zu finden, aber dennoch bietet es sich an, für die schnellere Migration auch die Konnektor-Adresse zu kennen. Der Telekom-Konnektor muss mit der Firmware-Version 1.4.13 oder 1.5.3 ausgestattet sein, damit das Migrationstool arbeiten kann.

Zwar ist der Vorgang vollständig dokumentiert (insgesamt 38 Schritte), allerdings erfordert die Umsetzung ein technischen Verständnis und Geschick, so dass Sie vermutlich auf einen IT-Dienstleister zurückgreifen möchten. Leider gibt es weder eine finanzielle Vergütung für die Migration noch für die Ausfallzeit Ihrer Betriebsstätte.

Störung beim Versichertenstammdatendienst

Es besteht derzeit eine Störung bei der Nutzung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM). In einigen Betriebsstätten ist die Aktualisierung der Stammdaten nicht möglich. Den jeweils aktuellen Störungsstatus finden Sie bei der gematik.

Betroffen sind vor allem die TI-Anbindungen auf Basis der Telekom und Secunet-Konnektoren.

Werden Sie bitte aktiv! Die Störung muss am Konnektor behoben werden

Entgegen der Aussagen von manchen IT-Dienstleistern ist es für Ihre Kassenärztliche Vereinigung Thüringen nicht möglich, Ihre Betriebsstätte aufgrund dieser Störung von der gesetzlichen Pflicht zur Durchführung des VSDM zu befreien. Bitte sehen Sie deshalb von formlosen Anträgen ab.

Hilfe zur Selbsthilfe

Es gibt zum Teil hervorragende Anleitungen Ihrer Softwareanbieter, um diese Störung selbst zu beheben.

Die Anleitungen der Konnektor-Anbieter sind sehr allgemein und erfordern mehr Fachwissen, sollten aber im Zweifel unabhängig von Ihrer Praxissoftware funktionieren:

Falls Sie die Störung nicht selbst beheben können, wenden Sie sich bitte an Ihren IT-Dienstleister.

Laut TI-Radar der cgm liegt bei der Konnektorlösung auf Basis der KoCoBox MED+ keine Störung vor. Es liegt eine Meldung vor, dass bei der Nutzung von DNSSEC auf KoCoBox MED+ die Störung ebenfalls auftritt. Über ein TSL-Update im Bereich "Zertifikatsdienst" der Managmentschnittstelle des Konnektors (Kapitel 7.5.5 des Administratorenhandbuches) konnte die Störung behoben werden.

Fehler „4001“

Am 08.06.2020 hat die gematik eine aktuelle Version der TSL.xml -Datei veröffentlicht und will damit das Problem behoben haben. Falls die o.g. Störung bereits behoben wurde, wird die Datei im Laufe des 09.06.2020 automatisch auf dem Konnektor in Ihrer Betriebsstätte aktualisiert. Die zuvor am 27.05.2020 von der gematik veröffentlichte Datei, führte beim Einlesen der eGK in manchen Betriebsstätten zum Fehler 4001.

Finanzierung

Rechnungen Ihrer Dienstleister werden von der gematik aus Kulanz erstattet. Bitte beachten Sie:

  • wenden Sie sich dazu schriftlich bis spätestens zum 18. September 2020 per E-Mail an die Adresse betriebnoSpam@gematik.de
  • reichen Sie dort die Rechnung Ihres Dienstleisters ein, welche sich ausschließlich auf die Störung von Ende Mail 2020 beziehen darf
  • die Übernahme einer Dienstleisterrechnung ist einmal pro Konnektor und maximal bis zu einem Betrag von 150 Euro inklusive Umsatzsteuer möglich
  • etwaige Schadenersatzansprüche aus dem Sachverhalt müssen Sie vor der Zahlung schriftlich an die gematik abtreten

Kosten im Zusammenhang mit anderen Ursachen, etwa ein vergessenes Passwort oder ein unsachgemäßer Betrieb des Konnektors, werden nicht übernommen.

Weitere Informationen

Die KBV hat eine aktuelle Serie zur Telematikinfrastruktur in den Praxisnachrichten. Auf den Seiten der KBV finden Sie hier weiterführende Informationen.

Den Gesetzestext zu Elektronischer Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur finden Sie hier.

Die TI-Finanzierungsvereinbarung wurde neu verhandelt und gilt ab 1. Januar 2020.  Einzelheiten dazu finden Sie in den KBV Praxisnachrichten.

Häufig gestellte Fragen

Wie ist der Ablauf für die Einrichtung der Telematikinfrastruktur?

Ihr erster Ansprechpartner für die Einrichtung der Telematik-Infrastruktur sollte der Anbieter Ihrer Praxis-Verwaltungs-Software sein. Er wird Ihnen Auskunft darüber geben, wann und mit welchen Partnern er die Telematik Infrastruktur in Ihrer Praxis einrichten kann.

Wie hoch ist die "Förderung" durch die KV?

Es handelt sich nicht um eine Förderung, sondern um eine pauschale Vergütung. Diese hängt vom Zeitpunkt der nachgewiesenen Inbetriebnahme und der Zusammensetzung der Betriebsstätte ab. Genauere Informationen finden Sie auf den Seiten der KBV.

Was muss ich tun, um die Vergütungen von der KV zu erhalten?

Grundlage für die Berechnung ist der erste erfolgreiche Abgleich des Versichertenstammdatenmanagements. Dieser Abgleich wird von Ihrer Praxis-Verwaltungs-Software gespeichert und mit der nächsten Abrechnung an uns übertragen. Wir berechnen dann anhand dieser Daten und den Informationen aus dem Arztregister die auszuzahlende Pauschale. Die Auszahlung der einmaligen Pauschalen erfolgt ca. sechs Wochen nach Quartalswechsel in einer Sonderzahlung. Die Auszahlung der wiederkehrenden Pauschalen erfolgt zur jeweiligen Quartalsabrechnung.

Bei den neuen Diensten der TI wie z.B. Notfalldatenmanagement (NFDM) oder dem elektronischer Medikationsplan (eMP) wird der Nachweis über eine Eigenerklärungen geführt. Diese Eigenerklärungen geben Sie bequem im Mitgliederportal KVTop ab.

Welche Fristen gibt es?

Mit dem DVG wurde auch die ursprüngliche Honorarkürzung (gesetzliche Sanktion für einen Nicht-Anschluss an die TI) von 1 Prozent ab März 2020 auf 2,5 Prozent angehoben.Die Honorarkürzungen von 2,5 Prozent werden voraussichtlich mit dem Honorarbescheid für Quartal 2020/2 umgesetzt.

Ab 1.7.2020 müssen die TI-Dienste NFDM (Notfalldatenmanagement) und eMP (elektrionischer Medikationsplan) in der Praxis vorgehalten werden.

Wie verhält es sich mit der zugesicherten Kostenneutralität für die Ärzte?

Ziel der Verhandlungen der KBV war es immer, dass unsere Mitglieder nicht auf den Kosten für die Einführung der Telematik Infrastruktur sitzen bleiben. Weder im E-Health-Gesetz noch in den Anlagen zur Telematik-Infrastruktur konnte eine komplette Kostenneutralität zugesichert werden. Die Kosten werden im Regelfall durch die verhandelten Pauschalen abgedeckt.

Welche Geräte benötige ich und was ist bei Haus-/Heimbesuchen zu beachten?

In Ihrer Praxis benötigen Sie mindestens einen Internetanschluss und einen Konnektor für den Zugang zur Telematik-Infrastruktur. Für das Einlesen der Versicherungskarten benötigen Sie neue Kartenlesegeräte. Hinzu kommt der Praxisausweis (SMC-B), welcher wie eine Art SIM-Karte im stationären Lesegerät eingesetzt werden muss. Alte nicht-TI-fähige mobile Kartenleser sind vorerst noch für Heim- und Hausbesuche nutzbar, können dann allerdings kein eMP und NFDM nicht durchführen.

Brauche ich weiterhin KV-Safenet, wenn ich die Telematikinfrastruktur habe?

Während einer Übergangszeit von einem Jahr sind alle Anwendungen des sicheren Netzes der KVen (SNK, KV-SafeNet) auch über die Telematikinfrastruktur erreichbar. Das Mitgliederportal KVTOP Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen wird auch danach über die Telematikinfrastruktur erreichbar sein. Ob andere SNK-Systeme (z. B. ARMIN, PAD-Transfer, etc.) in Zukunft auch über die Telematikinfrastruktur erreichbar bleiben, ist derzeit noch nicht absehbar.