kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

zurück zur Übersicht

Auslandskrankenversicherte

 

Hinweise aufgrund der Anpassung der Anlage 20 BMV-Ä Vereinbarung zur Anwendung der europäischen Krankenversichertenkarte (EHIC) zum 01.10.2018:

Änderung der Abrechnungshinweise Teil 2

Das Formular „Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung“ wurde um das Feld „Name des behandelnden Arztes“ ergänzt, um eine bessere Zuordnung der Patientenerklärung zur Kopie der EHIC bei den Krankenkassen zu gewährleisten. Bitte füllen Sie diese ordnungsgemäß aus.

Änderung der Abrechnungshinweise Teil 3 und Teil 4

Das neue Formular „Nationaler Anspruchsnachweis“ ist anstatt des bisher von den Krankenkassen ausgegebenen Abrechnungsscheins (Muster 5) für Patienten nach Abkommensrecht sowie für Patienten, die sich nur aus medizinischen Gründen mit Genehmigung des zuständigen Trägers in Deutschland aufhalten, zu verwenden. Die Abrechnung erfolgt weiterhin über das Ersatzverfahren mittels Muster 5.

Änderung bei fehlender Kopiermöglichkeit

Entgegen der bisherigen Veröffentlichung sind ab dem 01.10.2018 die Daten der EHIC oder der PEB im Falle, dass keine unmittelbare Kopiermöglichkeit zur Verfügung steht, formlos händisch zu erfassen (z.B. im Bereitschaftsdienst). Alle Daten von der EHIC oder der PEB sind gut lesbar auf ein separates unbeschriebenes Blatt zu übernehmen. Datum, Stempel und Unterschrift des Arztes sind auch hier für Zuordnungszwecke dringend notwendig. Oder Sie verwenden das von der KBV bereitgestellte Formular, welches Sie ausgedruckt im Fahrzeug mitführen.

 

Diese Änderungen sind in den nachfolgenden Informationen eingearbeitet.


Grundsätzlich gilt, dass der Vertragsarzt die Identität des Patienten und die Gültigkeit der EHIC bzw. der provisorischen Ersatzbescheinigung (PEB) überprüfen und den Behandlungsanspruch des Patienten dokumentieren muss.

Die Abrechnung von Behandlungsfällen im Rahmen des Sozialversicherungsabkommens erfolgt mit der Quartalsabrechnung. Die Leistungen werden den Thüringer Ärzten nach den Bedingungen (Leistungsumfang und Punktwert) der gewählten deutschen Krankenkasse zum Zeitpunkt der Leistungserbringung vergütet.

Für die ärztliche Behandlung von Patienten aus dem EU- bzw. EWR-Ausland oder der Schweiz, die im Ausland krankenversichert sind, bestehen unterschiedliche Vorgehensweisen für Patienten:

  • die ihren Wohnsitz in Deutschland haben - weiter zu Abrechnungshinweise Teil 1
  • die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten und bei denen der Aufenthalt nicht aus medizinischen Gründen erfolgt (z. B. Touristen, Studenten, entsandte Arbeitnehmer) - weiter zu Abrechnungshinweise Teil 2

           → Formular "Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung" (Pflichtfelder und Anmerkungen)

                - Stand: 01.10.2018

           → Formular "Dokumentation des Behandlunganspruchs von im Ausland Versicherten"

                - Stand: 01.10.2018

  • die sich nur aus medizinischen Gründen mit Genehmigung des zuständigen Trägers in Deutschland aufhalten - weiter zu Abrechnungshinweise Teil 3

            → Muster-Formular (Ausgabe an Patient/in durch Krankenkasse) "Nationaler Anspruchsnachweis"

                 - Stand: 01.10.2018

  • Für die ärztliche Behandlung von Patienten nach dem Abkommensrecht, die im Ausland krankenversichert sind, bestehen je nach Herkunftsland des jeweiligen Patienten folgende Vorgaben:
  • Patienten aus Staaten mit bilateralem Abkommen, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten inkl. Berücksichtigung der Änderungen zum 01.10.2018 - weiter zu Abrechnungshinweise Teil 4

            → Muster-Formular (Ausgabe an Patient/in durch Krankenkasse) "Nationaler Anspruchsnachweis"

                 - Stand: 01.10.2018

Weitere Hinweise:

  • Wird eine EHIC bzw. PEB vorgelegt und ist für den Arzt erkennbar, dass sich der Patient nur zur ärztlichen Behandlung nach Deutschland begeben hat, sind Sie berechtigt und verpflichtet eine Vergütung nach GOÄ zu fordern.
  • Wenn ein Patient keine gültige eGK, EHIC bzw. PEB und den Identitätsnachweis oder das Formular "Nationaler Anspruchsnachweis" vorlegen kann, sind Sie ebenfalls berechtigt und verpflichtet, vom Patienten eine Vergütung nach GOÄ zu fordern. Stellen Sie somit dem Patienten ihr Honorar privat in Rechnung und beachten Sie weitere Punkte:
    • Arznei-, Heil- und Hilfsmittel dürfen nur auf Privatrezepten verordnet werden
    • der Patient muss die Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung ausfüllen und Sie müssen diese bis zum Ende des Quartals der ersten Inanspruchnahme aufbewahren.

Sollte der Patient bis zum Ende des Quartals eine eGK, eine PEB oder das Formular „Nationaler Anspruchsnachweis“ vorlegen, sind Sie verpflichtet, dem Patienten das Honorar zu erstatten. Ansonsten sind die vorgegebenen Fristen zu beachten.

Gesetzliche Grundlagen:

Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung in 13 Sprachen (Stand: 01.10.2018)

Bulgarisch,
Dänisch,
Englisch,
Französisch,
Griechisch,
Italienisch,
Kroatisch,
Niederländisch,
Polnisch,
Rumänisch,
Spanisch,
Tschechisch und
Ungarisch.