kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Ärzte & Psychotherapeuten

2025-08-15 - kvticker KW 33

TK-Chef fordert Abstriche beim ärztlichen Honorar + Defibrillatoren im öffentlichen Raum – Beispiel aus Weimar

+++ TK-Chef fordert Abstriche beim ärztlichen Honorar +++


Mit drei von zehn Punkten eines Sparprogramms "ohne Leistungskürzungen für die Versicherten" will der Chirurg Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, bei den Vertragsärzten den Rotstift ansetzen. Wenige Tage vor dem Start der Honorarverhandlungen verlangt er eine Nullrunde und verweigert den Praxen damit den gesetzlich vorgesehenen nachträglichen Inflationsausgleich für die Kostenanstiege aus den Vorjahren. Das Einsparvolumen hat er mit 1,7 Mrd. Euro beziffert. Zudem will er die Mehrausgaben der Kassen durch die Entbudgetierung der Kinder- und Jugendärzte um 150 Mio Euro im Jahr nach unten korrigieren. Schließlich fordert er den Wegfall der Zuschläge für Leistungen aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), um weitere 225 Mio Euro aus den ärztlichen Vergütungen zu bereinigen. 

Der Vorstand der KV Thüringen steht voll hinter dem Protest der KBV gegen diese Provokation. Insbesondere kritisiert er die Verdrehung der Zusammenhänge durch den TK-Chef. Dieser verweist auf eine Verschlechterung der Zufriedenheit der Versicherten mit dem Gesundheitssystem im Jahr 2025 gegenüber 2021 als Beleg für angebliche Wirkungslosigkeit der Terminvermittlung außerhalb des Budgets. In Wahrheit wurde in der Befragung aber der Effekt der Streichung der Neupatientenregelung 2023 gemessen. Und der Effekt einer Enttäuschung unbegrenzter Leistungsversprechen bei begrenztem Honorar! Die bevorzugte Terminvergabe an Patienten mit ärztlich bescheinigter Dringlichkeit ist eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit für die knappe Ressource Facharztzeit. Von schnellen Terminen profitierten 2024 nur 6 Prozent der Behandlungsfälle, deren Zufriedenheit sich natürlich nicht in einer Befragung aller Versicherten abbilden lässt. 

 

+++ Defibrillatoren im öffentlichen Raum – Beispiel aus Weimar +++

 

Das Gesundheitsamt Weimar hat eine Übersicht der öffentlich zugänglichen Defibrillatoren (AED) im Stadtgebiet veröffentlicht. Die Liste enthält Standorte in Praxen, öffentlichen Einrichtungen, Hotels und weiteren Orten.

Die vollständige Übersicht ist online unter folgendem Link abrufbar: https://stadt.weimar.de/de/defibrillatoren.html 

Gern möchten wir Sie an dieser Stelle dazu ermuntern, bei Interesse auch den Kontakt zu Ihrem regionalen Gesundheitsamt aufzunehmen. Möglicherweise existieren dort bereits ähnliche Listen oder es besteht die Möglichkeit, eine solche Übersicht gemeinsam anzuregen.

 

+++ In Kürze +++