kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Coronavirus (SARS-CoV-2) - Informationen zur aktuellen Lage in Thüringen

Aktuelle Informationen für Ärzte und Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung finden Sie auf dieser Themenseite.

Was ist neu?

  1. Unbedenklichkeitsbescheinigungen - stellen keine vertragsärztliche Pflicht oder Leistung dar und sind Patienten bzw. Sorgeberechtigten privatärztlich nach GOÄ in Rechnung zu stellen. Weiteres finden Sie im heutigen Mailversand inkl. einer separaten Patienteninformation (03.07.)
  2. Aktualisierte Übersicht über die COVID-19-Test-Konstellationen (03.07.)
  3. Alle Änderungen zum 1. Juli 2020 - inkl. auslaufende Sonderregelungen und Änderungen im EBM finden Sie im heutigen Mailversand (01.07.)
  4. Der G-BA hat am 29.06. beschlossen: Die Frist für den Beginn einer Heilmittelbehandlung nach einer vertragsärztlichen oder -zahnärztlichen Verordnung für gesetzlich Krankenversicherte verlängert sich von 14 Tagen auf 28 Tage. Damit soll einem in den Praxen möglicherweise bestehenden Terminstau bei Heilmittelbehandlungen, die bedingt durch die Corona-Pandemie nicht begonnen werden konnten, entgegengewirkt werden. Die Sonderregelung gilt bis zum 30. September 2020. Ab dem 01.10.2020 gilt mit Inkrafttreten der neuen Heilmittel-Richtlinien künftig regelhaft die Frist von 28 Tagen zum Beginn einer Heilmittelbehandlung. Hier der Beschluss des G-BA. (30.06.)

Verdacht einer Infektion mit SARS-CoV-2 - Was tun?

Patient meldet sich telefonisch

Wenn Ihnen ein Patient telefonisch mitteilt, dass er befürchtet, sich mit dem neuartigen Cornavirus angesteckt zu haben, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Sie organisieren für ihn einen Termin bei einem regionalen Abstrich-Stützpunkt bzw. über einen mobilen Abstrich-Dienst. Diese Strukturen sollen Ihre Praxis entlasten. Wenn Sie für einen Patienten dort einen Termin organisieren möchten, können Sie die telefonisch über die Ihnen bekannte Prio-Nummer des Bereitschaftsdienstes oder per Fax unter der Nummer 03643/4950-450 mit dem Fax-Formular "Terminanforderung einer Arztpraxis für Abstrich von Patienten". Patienten können Termine über die kostenfreie Rufnummer 116117 anfragen.Bitte weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, dass sie die 116117 möglichst von einem Festnetztelefon aus anrufen möchten und dass sie mit einer Wartezeit rechnen müssen.
  • Sie suchen den Patienten zu Hause auf, um bei ihm einen Abstrich vorzunehmen und einen Labortest zu veranlassen (bitte beachten Sie dabei den Selbstschutz).
  • Sie bestellen den Patienten zu einer speziellen Sprechstunde in die Praxis und nehmen dort den Abstrich vor (bitte beachten Sie dabei den Selbstschutz und stellen Sie sicher, dass dieser Termin von der normalen Sprechstunde zeitlich und/oder räumlich getrennt ist.

Das korrekte Vorgehen ist überblicksartig auf folgendem Flussschema dargestellt.

Patient kommt ohne Anmeldung in Ihre Praxis

Diesen Fall sollten Sie möglichst vermeiden, z. B. durch einen Aushang an der Praxistür (s. Link rechts: "Praxisaushang für Ihre Patienten"). Kommt er doch vor, geben KBV und Robert Koch-Institut (RKI) dafür folgende Hinweise:

  • Das Personal an der Anmeldung fragt die Patientin oder den Patienten, ob Erkältungssymptome vorliegen und sie oder er sich in den vergangenen 14 Tagen in einem ausgewiesenem RKI-Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einer Person hatte, bei der die Infektion bestätigt wurde. Das Praxispersonal hält zu dem Patienten möglichst einen Abstand von 1 bis 2 Metern.

  • Trifft eines dieser beiden Kriterien zu, meldet die Praxis dies dem zuständigen Gesundheitsamt. Die Meldung – inklusive Name und Kontaktdaten der betroffenen Person – muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Keine Meldung ist zunächst erforderlich, wenn sich die Person in den vergangenen 14 Tagen in einer Region aufgehalten hat, in der Covid-2019-Fälle auftreten (kein RKI-Risikogebiet) oder wenn sie Kontakt zu einem bislang unbestätigten Fall (z. B. zu einem engen Familienangehörigen) hat.

  • Die Patientin oder den Patienten mit Mund-Nasen-Schutz versorgen und in einen separaten Bereich führen.

  • Der Arzt untersucht den Patienten – besondere Schutzmaßnahmen (FFP2-Maske, Handschuhe, Schutzkittel und -brille) sind insbesondere bei Auskultation und Abstrichentnahme erforderlich.

  • Labordiagnostische Abklärung auf SARS-CoV-2 veranlassen: Rachenabstrich, Absprache mit Labor und gegebenenfalls weitere Diagnostik beispielsweise auf Influenza.

  • Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Das korrekte Vorgehen ist überblicksartig auf folgendem Flussschema dargestellt.

Schutzausrüstung

Der KV Thüringen ist es gelungen, gemeinsam mit Partnern auf eigene Initiative Schutzausrüstungen für Ihre Praxen zu beschaffen. Außerdem haben wir Schutzausrüstung über das Bundesgesundheitsministerium erhalten. Nachdem wir Sie bis Ostern mit einer Grundausstattung für ca. vier Wochen ausgerüstet hatten, haben wir seit 20.04.20 im Mitgliederportal KVTOP für Sie eine Möglichkeit eingerichtet, für sich und Ihr Praxispersonal Schutzausrüstung zu bestellen. Zur Bestellung gelangen Sie mithilfe folgender Anleitung.

Beachten Sie bitte: Am Markt ist es leider nach wir vor so, dass viele Lieferanten keine Schutzkleidung mehr liefern können. Fragen Sie bitte dennoch parallel bei Ihren üblichen Lieferanten nach.

Wenn eine Einweisung ins Krankenhaus nötig ist

Bitte informieren Sie das Krankenhaus vorab und klären Sie mögliche Transportkapazitäten:

  • Bitte kein Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln!

  • Ist eine Fahrt mit dem eigenem Kfz möglich?

  • Ist ein Transport mit gesondertem Infektionstransport möglich?

  • Bei vitaler Instabilität fordern Sie bitte den Rettungsdienst an!

Bitte legen Sie besonderes Augenmerk auf ressourcenschonenden Einsatz vorhandener Transportmöglichkeiten. Vordringlichstes Ziel ist die Aufrechterhaltung des Regelrettungsdienstes!

 

Identifizieren von Verdachtsfällen - Meldepflicht

Begründete Verdachtsfälle des neuartigen Coronavirus müssen Sie an das zuständige Gesundheitsamt melden.

Wann liegt ein begründeter Verdachtsfall vor?

Um einen meldepflichtigen „begründeten Verdachtsfall“ handelt es sich laut RKI, wenn die Person Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tage hatte und Symptome wie Fieber, Husten, Kurzatmigkeit oder Atemnot aufweist. Alle anderen Verdachtsfälle sind nicht mehr zu melden. Siehe auch: RKI-Fluss-Schema zum Vorgehen bei Verdachtsfällen - interaktiv

Beachten Sie unsere ausführliche Unterseite zum Identifizieren von Verdachtsfällen.

Begründete Verdachtsfälle melden

Denken Sie unbedingt an die Meldung der Verdachts- und Infektionsfälle sowie die Ergebnisse der Abstriche (auch der negativen) an die jeweiligen Gesundheitsämter!

Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle begründeten Verdachtsfälle im Zusammenhang mit dem Virus dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden – und zwar innerhalb von 24 Stunde mit Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person.

Meldepflichtverordnung

Beachten Sie unsere ausführliche Unterseite zum Identifizieren von Verdachtsfällen.

Labortests und Abrechnung

Kontaktvermeidung in der Praxis

Telefonkonsultation, Videosprechstunde

Telefonkonsultationen im Zeitraum 01.04.2020 bis 30.06.2020

Bitte  beachten Sie Folgendes:

Bis 31.03.2020 hatten wir wegen fehlender Regelungen auf Bundesebene eingeräumt, dass in Thüringen sämtliche telefonische Behandlungen nach den jeweiligen GOP im EBM abgerechnet werden dürfen. Das gilt seit 01.04.2020 nicht mehr! Durch den jetzigen Beschluss werden sämtliche telefonischen Gespräche, Beratungen und Therapien nur noch nach neuen GOP 01433 und GOP 01434 ggf. zusätzlich zur GOP 01435 oder Versicherten- / Grundpauschale abgerechnet.
Bis zu den vorgegebenen Obergrenzen können diese GOP zeitgetaktet abgerechnet werden. Bei Bedarf auch mehrfach am Tag.

Videosprechstunde

Seit 1. April 2020 muss bei der Abrechnung der Videosprechstunde die Obergrenze von 20 Prozent nicht mehr eingehalten werden. Videosprechstunde ist ohne Genehmigung der KVT abrechenbar. Bitte den Antrag später nachreichen.

Hygieneregeln beim Arztbesuch

Der Besuch von Arztpraxen wegen akuter Erkrankungen oder zur fortlaufenden Behandlung chronischer Erkrankungen gehört inzwischen nicht mehr zu den Begegnungen, die um jeden Preis eingeschränkt werden sollten. Zwar können Sie nach wie vor nach Ihrem ärztlichem Ermessen entscheiden, ob eine Vorstellung des/r Patienten/in in der Praxis nötig ist oder ob es die Möglichkeit einer Video- oder Telefon-Konsultation gibt. Gleichzeitig sollten Sie Ihren Patienten signalisieren, dass sie notwendige Arztbesuche auf keinen Fall unterlassen oder aufschieben sollten.
Um eine Ansteckungsgefahr in der Praxis zu mindern, haben Sie folgende Möglichkeiten: Trennen Sie nach Möglichkeit Infektpatienten und andere Patienten räumlich oder zeitlich. Empfehlen Sie Ihren Patienten das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (einfache Maske, selbst genähte Maske oder vergleichbarer Schutz) in Ihrer Praxis. Hierzu stellen wir Ihnen einen Praxis-Aushang zur Verfügung. Erinnern Sie Ihre Patienten an die Einhaltung der Hygieneregeln. Gehen Sie dabei möglichst mit gutem Beispiel voran.

Verordnungsfragen

Das Bundesgesundheitsministerium bittet darum, dass Ärzte bei der Verordnung von Arzneimitteln folgende Punkte berücksichtigen, um eine kontinuierliche, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung der Patienten, die zwingend Arzneimittel benötigen, sicherzustellen:

  • Die Verordnung von Arzneimitteln, insbesondere bei chronisch kranken Patienten, sollte im gewohnten Umfang fortgesetzt werden (z. B. mit einer N3-Packung).
  • Auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erfordelich sind, sollte verzichtet werden.

Ziel ist es Verordnungsengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen und im Fall von temporären Engpässen die Verfügbarkeit von davon betroffenen Arzneimitteln zu verlängern.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Rechtsverordnung zur Erleichterungen in der Arzneimittelversorgung erlassen - die wichtigsten beiden Punkte:

  • Wenn das verordnete oder ein wirkstoffgleiches Arzneimittel nicht vorhanden/lieferbar ist, kann die Apotheke nach Rücksprache mit dem Arzt ein pharmakologisch-therapeutisch vergleichbares Arzneimittel abgeben oder auch bei Ausschluss der aut-idem-Regelung einen Austausch vornehmen.
  • Die Apotheke darf ohne Rücksprache mit dem Arzt von Packungsgröße oder -menge abweichen, durch die Entnahme von Teilmengen aus Fertigarzneimittelpackungen die vorgesehene Menge erreichen oder eine andere Wirkstärke des Arzneimittels abgeben. Hierbei darf die verordnete Gesamtmenge des Wirkstoffens nicht überschritten werden.

Von Ihnen verordnete Heilmitteltherapien können angesichts der aktuellen Situation vorerst für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Regelungen zu Fristen, darunter auch die Maximalfrist zwischen Verordnung und Therapiebeginn, wurden aufgehoben. Weitere Informationen dazu im G-BA-Beschlusstext zu Sonderregelungen aufgrund der COVID-19-Pandemie.