kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Coronavirus (SARS-CoV-2) - Informationen zur aktuellen Lage in Thüringen

Die Zahl der Patienten, die sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben, steigt auch in Deutschland weiter an.

Aktuelle Informationen für Ärzte und Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung finden Sie auf dieser Themenseite.

Was ist neu?

  1. Aktualiserung der Abrechnungshinweise betreffen veränderte Regelungen zur Abrechnung von Telefonkonsultationen ab dem 2. Quartal auf Seite 1. (07.04.) Zum Thema Telefonkonsultation im 2. Quartal gibt Ihnen ein Schaubild einen Überblick, was Sie in welchem Umfang abrechnen können. (08.04.)
  2. Alle Fortbildungsveranstaltungen der KVT werden bis zum 30. Juni abgesagt. Bitte nutzen Sie dafür verstärkt die Webinare der KVT - unsere Angebote finden Sie hier.  Auch finden die Medizinischen FortbildungstageThüringen (10.-13. Juni) nicht statt. (07.04.)
  3. Die KV Thüringen hat mit der Verteilung selbst beschaffter Schutzausrüstung an die Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) begonnen. Wir streben an, dass Sie bis Ostern in Ihrer Praxis/Ihrem MVZ mit Schutzausrüstung für ca. vier Wochen ausgestattet sind. Beachten Sie hierzu aber bitte auch die Hinweise, die wir der Lieferung beilegen. (06.04.)
  4. Dringende Bitte zur Quarantäne-Meldung - Teilen Sie uns folgende Fälle mit: Urlaub, Krankheit sowie Quarantäne der Arztpraxis/des Arztes/des Personals UND wenn die Quarantäne wieder aufgehoben wurde. (03.04.)

Verdacht einer Infektion mit SARS-CoV-2 - Was tun?

Patient meldet sich telefonisch

Wenn Ihnen ein Patient telefonisch mitteilt, dass er befürchtet, sich mit dem neuartigen Cornavirus angesteckt zu haben, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Sie organisieren für ihn einen Termin bei einem regionalen Abstrich-Stützpunkt bzw. über einen mobilen Abstrich-Dienst. Diese Strukturen sollen Ihre Praxis entlasten. Wenn Sie für einen Patienten dort einen Termin organisieren möchten, können Sie die telefonisch über die Ihnen bekannte Prio-Nummer des Bereitschaftsdienstes oder per Fax unter der Nummer 03643/4950-450 mit dem Fax-Formular "Terminanforderung einer Arztpraxis für Abstrich von Patienten". Patienten können Termine über die kostenfreie Rufnummer 116117 anfragen.Bitte weisen Sie Ihre Patienten darauf hin, dass sie die 116117 möglichst von einem Festnetztelefon aus anrufen möchten und dass sie mit einer Wartezeit rechnen müssen.
  • Sie suchen den Patienten zu Hause auf, um bei ihm einen Abstrich vorzunehmen und einen Labortest zu veranlassen (bitte beachten Sie dabei den Selbstschutz).
  • Sie bestellen den Patienten zu einer speziellen Sprechstunde in die Praxis und nehmen dort den Abstrich vor (bitte beachten Sie dabei den Selbstschutz und stellen Sie sicher, dass dieser Termin von der normalen Sprechstunde zeitlich und/oder räumlich getrennt ist.

Das korrekte Vorgehen ist überblicksartig auf folgendem Flussschema dargestellt.

Patient kommt ohne Anmeldung in Ihre Praxis

Diesen Fall sollten Sie möglichst vermeiden, z. B. durch einen Aushang an der Praxistür (s. Link rechts: "Praxisaushang für Ihre Patienten"). Kommt er doch vor, geben KBV und Robert Koch-Institut (RKI) dafür folgende Hinweise:

  • Das Personal an der Anmeldung fragt die Patientin oder den Patienten, ob Erkältungssymptome vorliegen und sie oder er sich in den vergangenen 14 Tagen in einem ausgewiesenem RKI-Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu einer Person hatte, bei der die Infektion bestätigt wurde. Das Praxispersonal hält zu dem Patienten möglichst einen Abstand von 1 bis 2 Metern.

  • Trifft eines dieser beiden Kriterien zu, meldet die Praxis dies dem zuständigen Gesundheitsamt. Die Meldung – inklusive Name und Kontaktdaten der betroffenen Person – muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Keine Meldung ist zunächst erforderlich, wenn sich die Person in den vergangenen 14 Tagen in einer Region aufgehalten hat, in der Covid-2019-Fälle auftreten (kein RKI-Risikogebiet) oder wenn sie Kontakt zu einem bislang unbestätigten Fall (z. B. zu einem engen Familienangehörigen) hat.

  • Die Patientin oder den Patienten mit Mund-Nasen-Schutz versorgen und in einen separaten Bereich führen.

  • Der Arzt untersucht den Patienten – besondere Schutzmaßnahmen (FFP2-Maske, Handschuhe, Schutzkittel und -brille) sind insbesondere bei Auskultation und Abstrichentnahme erforderlich.

  • Labordiagnostische Abklärung auf SARS-CoV-2 veranlassen: Rachenabstrich, Absprache mit Labor und gegebenenfalls weitere Diagnostik beispielsweise auf Influenza.

  • Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Dies ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

Das korrekte Vorgehen ist überblicksartig auf folgendem Flussschema dargestellt.

Schutzausrüstung

Die KV Thüringen hat mit der Verteilung selbst beschaffter Schutzausrüstung an die Arztpraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) begonnen. Wir streben an, dass Sie bis Ostern in Ihrer Praxis/Ihrem MVZ mit Schutzausrüstung für ca. vier Wochen ausgestattet sind. Beachten Sie hierzu aber bitte auch die Hinweise, die wir der Lieferung beilegen.
Am Markt ist es leider nach wir vor so, dass viele Lieferanten keine Schutzkleidung mehr liefern können. Fragen Sie bitte dennoch parallel bei Ihren üblichen Lieferanten nach.

Wenn eine Einweisung ins Krankenhaus nötig ist

Bitte informieren Sie das Krankenhaus vorab und klären Sie mögliche Transportkapazitäten:

  • Bitte kein Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln!

  • Ist eine Fahrt mit dem eigenem Kfz möglich?

  • Ist ein Transport mit gesondertem Infektionstransport möglich?

  • Bei vitaler Instabilität fordern Sie bitte den Rettungsdienst an!

Bitte legen Sie besonderes Augenmerk auf ressourcenschonenden Einsatz vorhandener Transportmöglichkeiten. Vordringlichstes Ziel ist die Aufrechterhaltung des Regelrettungsdienstes!

 

Identifizieren von Verdachtsfällen - Meldepflicht

Begründete Verdachtsfälle des neuartigen Coronavirus müssen Sie an das zuständige Gesundheitsamt melden.

Wann liegt ein begründeter Verdachtsfall vor?

Um einen meldepflichtigen „begründeten Verdachtsfall“ handelt es sich laut RKI, wenn die Person Kontakt zu einer infizierten Person in den letzten 14 Tage hatte und Symptome wie Fieber, Husten, Kurzatmigkeit oder Atemnot aufweist. Alle anderen Verdachtsfälle sind nicht mehr zu melden. Siehe auch: RKI-Fluss-Schema zum Vorgehen bei Verdachtsfällen, Stand 25.03.20

Beachten Sie unsere ausführliche Unterseite zum Identifizieren von Verdachtsfällen.

Labortests

Indikationskriterien für einen Labortest

Die Indikation soll nach ärztlichem Ermessen gestellt werden – unter Berücksichtigung der Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI). Ärztinnen und Ärzte können somit, wenn sie dies medizinisch für erforderlich halten, die Testung vornehmen.

Eine labordiagnostische Testung sollte vor allem bei Patienten erfolgen, die Symptome zeigen und Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

RKI-Flussschema

Risikogebiete

Labordiagnostik veranlassen

Ärztinnen und Ärzte veranlassen den Labortest auf SARS-CoV-2 wie gewohnt mit einer Laborüberweisung (Muster 10) bei ihrem Labor. Dieses leitet die Probe weiter an ein Labor für virologische Spezialdiagnostik.

Bitte beachten Sie, dass die so genannten "Schnelltests", die in den letzten Tagen in der Öffentlichkeit wiederholt erwähnt wurden, von der KBV als nicht zuverlässig eingestuft wurden.

Bitte beachten Sie ferner einen Hinweis des Thüringer Landesverwaltungsamtes, dass "die Proben gemäß den ADR-Vorschriften zu verpacken sind".

Abrechnung

Abrechnung und Kennzeichnung

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt.

Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung ist wichtig für die Erstattung der Behandlungskosten.

  • Eine Übersicht über alle Abrechnungshinweise (Stand: 07.04.20) vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie können Sie hier herunterladen.

Zum Thema Telefonkonsultation im 2. Quartal gibt Ihnen ein Schaubild einen Überblick, was Sie in welchem Umfang abrechnen können.

Abrechnungsziffer Labore

Den Labortest (Nukleinsäurenachweis mittels RT-PCR) dürfen nur Fachärzte und -ärztinnen für Laboratoriumsmedizin oder Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie durchführen. Für die Abrechnung wurde die GOP 32816 in den EBM aufgenommen. Ausführliche Informationen hier.

Kontaktvermeidung in der Praxis

Telefonkonsultation, Videosprechstunde

Telefonkonsultationen im Zeitraum 01.04.2020 bis 30.06.2020

Bitte  beachten Sie Folgendes:

Bis 31.03.2020 hatten wir wegen fehlender Regelungen auf Bundesebene eingeräumt, dass in Thüringen sämtliche telefonische Behandlungen nach den jeweiligen GOP im EBM abgerechnet werden dürfen. Das gilt seit 01.04.2020 nicht mehr! Durch den jetzigen Beschluss werden sämtliche telefonischen Gespräche, Beratungen und Therapien nur noch nach neuen GOP 01433 und GOP 01434 ggf. zusätzlich zur GOP 01435 oder Versicherten- / Grundpauschale abgerechnet.
Bis zu den vorgegebenen Obergrenzen können diese GOP zeitgetaktet abgerechnet werden. Bei Bedarf auch mehrfach am Tag.

Videosprechstunde

Seit 1. April 2020 muss bei der Abrechnung der Videosprechstunde die Obergrenze von 20 Prozent nicht mehr eingehalten werden. Videosprechstunde ist ohne Genehmigung der KVT abrechenbar. Bitte den Antrag später nachreichen.

Termine beschränken

Aus der aktuellen Allgemeinverfügung des Landes Thüringen geht hervor, dass "Termine in ambulanten medizinischen Einrichtungen auf das medizinisch dringlich erforderliche Behandlungen beschränkt werden" sollen. Hintergrund ist das Ziel, unnötige Begegnungen zwischen Menschen zu vermeiden.
Das gibt Ihnen die Möglichkeit, alle medizinisch nicht zwingend notwendigen Untersuchungen und Patientenkontakte zu vermeiden. Bei Fragen oder Beschwerden von Patienten, die auf bestimmte Termine bestehen, können Sie auf die vorn zitierte Formulierung in der Allgemeinverfügung des Landes Thüringen verweisen.

Verordnungsfragen

Das Bundesgesundheitsministerium bittet darum, dass Ärzte bei der Verordnung von Arzneimitteln folgende Punkte berücksichtigen, um eine kontinuierliche, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung der Patienten, die zwingend Arzneimittel benötigen, sicherzustellen:

  • Die Verordnung von Arzneimitteln, insbesondere bei chronisch kranken Patienten, sollte im gewohnten Umfang fortgesetzt werden (z. B. mit einer N3-Packung).
  • Auf eine zusätzliche Ausstellung von Privatrezepten, soweit sie aus ärztlicher Sicht nicht erfordelich sind, sollte verzichtet werden.

Ziel ist es Verordnungsengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen und im Fall von temporären Engpässen die Verfügbarkeit von davon betroffenen Arzneimitteln zu verlängern.

Von Ihnen verordnete Heilmitteltherapien können angesichts der aktuellen Situation vorerst für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden. Regelungen zu Fristen, darunter auch die Maximalfrist zwischen Verordnung und Therapiebeginn, wurden aufgehoben. Weitere Informationen dazu auf der Seite der KBV.