kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Hier erfahren Sie die neuesten EBM-Änderungen mit ausführlichen Erläuterungen bzw. wichtigen Abrechnungshinweisen:

EBM-Änderungen zum 01.01.2020

EBM-Reform zum 01.04.2020 beschlossen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich im Erweiterten Bewertungsausschuss auf eine EBM-Reform geeinigt. Der EBM wird an einigen Stellen zum 01.04.2020 angepasst. Die KBV hat dazu eine extra Seite auf deren Internetseiten veröffentlicht https://www.kbv.de/html/weiterentwicklung-ebm.php (Hinweis: diese Seite wird regelmäßig durch die KBV aktualisiert).

Kein Gutachterverfahren mehr für Gruppentherapien

Seit 23.11.2019 findet für Gruppentherapien nach der Psychotherapie – Richtlinie kein Gutachterverfahren mehr statt. Durch eine Änderung des § 92 Absatz 6a des SGB V tritt mit Verkündung des Psychotherapeutenausbildungsreformgesetzes im Bundesgesetzblatt die Regelung in Kraft.

Eine Anpassung der Psychotherapie – Richtlinie und der Psychotherapie – Vereinbarung steht noch aus, jedoch haben die bestehenden Rahmenbedingungen zum Antragsverfahren von Gruppentherapie weiterhin Bestand.

Kombinationsbehandlungen aus Einzel- und Gruppentherapie sind von der Gesetzesänderung nicht betroffen. Der Umgang mit diesen Behandlungen wird Gegenstand der Beratungen des Gemeinsamen Bundesausschusses werden.

Anpassung der Vergütung der Videosprechstunden rückwirkend zum 01.10.2019

Mit dem Ziel einer Ausweitung und Etablierung von Videosprechstunden in der vertragsärztlichen Versorgung wurde der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) zum 01.10.2019 in verschiedenen Bereichen angepasst:

  • die Videosprechstunde in die Vergütungssystematik der Versicherten-, Grund- und Konsiliarpauschalen integriert,
  • finden im Behandlungsfall ausschließlich Arzt-Patienten-Kontakte im Rahmen einer Videosprechstunde statt, ist der Fall anhand der GOP 88220 zu kennzeichnen,
  • für weitere Fachgruppen die Durchführung von Videosprechstunden und die Abrechnung des Technikzuschlages zugelassen,
  • die Durchführung bestimmter hausärztlicher und fachärztlicher Gesprächsleistungen und weiterer Gebührenordnungspositionen (GOP) des Kapitels 35 (Leistungen gemäß den Psychotherapie-Richtlinien) und des Abschnitts 30.11 (Neuropsychologische Therapie) als Videosprechstunde ermöglicht,
  • die Voraussetzungen zur Abrechnung der hausärztlichen Chronikerpauschalen angepasst,
  • eine neue GOP 01442 für die Videofallkonferenz zwischen der Pflegekraft eines chronisch pflegebedürftigen Patienten und dem behandelnden Arzt aufgenommen,
  • die Durchführung verschiedener Fallkonferenzen/Fallbesprechungen als Videofallkonferenz ermöglicht,
  • die Authentifizierung unbekannter Patienten mit der neuen GOP 01444 vergütet.

Aufnahme der Optischen Kohärenztomographie (OCT) zum 01.10.2019 in den EBM beschlossen

Gemäß Richtlinie des G-BA darf die Optische Kohärenztomographie als Leistung zu Lasten der GKV erbracht werden zur Diagnostik und Therapiesteuerung

  • der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) und
  • des Makulaödems im Rahmen der diabetischen Retinopathie (DMÖ).

Für die Diagnostik erfolgt die Aufnahme von zwei neuen Leistungen nach GOP 06336 und GOP 06337, jeweils für das rechte und das linke Auge. Diese sind einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig und mit je 399 Punkten bewertet.

Für die Therapiesteuerung erfolgt die Aufnahme von zwei weiteren neuen Leistungen nach GOP 06338 und GOP 06339, jeweils für das rechte und das linke Auge. Die GOP 06338 und GOP 06339 sind neben den bereits im EBM bestehenden Begleitleistungen (GOP 06334 und GOP 06335) der intravitrealen Medikamenteneingabe (IVM) bis zu 6-mal im Krankheitsfall berechnungsfähig und mit je 399 Punkten bewertet. Da die Leistungen im Zeitraum von 3 Wochen nach der IVM nicht berechnet werden können, ist das Datum der letzten IVM bei der Abrechnung anzugeben.

Die GOP 06334 bis GOP 06339 sind jeweils innerhalb von 26 Tagen einmal berechnungsfähig.

EBM-Änderungen rückwirkend zum 01.04.2019 und 14.06.2019 sowie zum 01.07.2019

EBM-Änderungen mit Wirkung zum 01.01. (rückwirkend) und zum 01.04.2019

EBM-Änderungen mit Wirkung vom 01.04.2019 (BA-Beschlüsse v. 29.03.2019)

Die EBM-Änderungen zum 01.04.2019 auf einen Blick

Der Bewertungsausschuss hat am 29.03.2019 zu folgenden Themen Beschlüsse gefasst:

  • Anpassung der Gesundheitsuntersuchungen,
  • Anpassung des Darmkrebs-Screenings,
  • Psychiatrische häusliche Krankenpflege,
  • Hornhautvernetzung mit Riboflavon bei Karatokonus,
  • Anpassung der Videosprechstunde gemäß Pflegepersonal-Stärkungsgesetz.


Bei der Gesundheitsuntersuchung achten Sie bitte auf Folgendes:

Für die Gesundheitsuntersuchung ab 35 Jahren gilt ab dem 01.04.2019 das neue Untersuchungsintervall von drei Jahren. Das bedeutet, dass Sie ab dem 01.04.2019 eine Gesundheitsuntersuchung abrechnen können, wenn der betreffende Patient in den Jahren 2017, 2018 und 2019 noch keine Gesundheitsuntersuchung von Ihnen erhalten hat.

Hier die entsprechenden Beschlüsse im Wortlaut sowie die aktuelle Gesundheitsunterschungs-Richtlinie, in deren Anlage 1 die Inhalte der Gesundheitsuntersuchung aufgeführt sind: