kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Coronavirus-Testverordnung seit 15.10.20

Rechtliche Hintergründe

Mit Inkrafttreten der Coronavirus-Testverordnung haben sich einige Änderungen zum bisherigen Anspruch auf Testung und des anspruchsberechtigten Personenkreises ergeben, welche wir Ihnen im Folgenden kurz erläutern möchten.

Veranlasser des Testungsanspruchs

Der ÖGD bleibt als möglicher Veranlasser der Testungen beste­hen!

Daneben haben Kontaktpersonen zusätzlich auch dann einen Anspruch auf Testung, wenn sie von einem, eine bereits infizierte Person behandelnden Arzt als Kontaktperson festge­stellt wurden.

Im Zusammenhang mit dem Auftret­en von Infektionen in Einrichtung­en und Unternehmen besteht ein An­spruch auf Testung, wenn durch die Einrichtun­g oder das Unternehmen in den letzten zehn Tagen eine infizierte Person fest­gestellt wur­de. Sofern Einrichtungen oder Unternehmen im Rah­men Ihrer Testkon­zepte eine Testung ver­langen, besteht ebenfalls ein Anspruch. Weitere Voraussetzung ist, dass die zu testenden Per­sonen in der Ein­richtung oder dem Unternehmen untergebracht, tätig oder sonst anwesend sein bzw. innerhalb der letz­ten zehn Tage gewe­sen sein müssen.

Ausschließlich auf Veranlassung des ÖGD haben Personen einen Anspruch auf Testung, die sich in ei­nem "Risikogebiet" innerhalb der BRD aufhalten oder in den letzten 14 Tagen aufgehalten haben.

Leistungserbringer

Zur Erbringung der Leistung berechtigt sind:

  • neben dem ÖGD und von diesem beauftragte Dritte,
  • vom ÖGD oder den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebene Testzentren sowie
  • alle an der vertragsärztli­chen Ver­sorgung teilnehmenden Leistungserbringer.

Anspruchsumfang

Der Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus umfasst

  • das Gespräch mit der zu testenden Person im Zusammenhang mit der Testung,
  • die Entnahme von Körpermaterial,
  • die nach der Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit empfohlene Diagnostik,
  • die Ergebnismitteilung und
  • die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2.

Erfasst vom Leistungsanspruch sind auch Antigen-Tests.

Weitere anspruchsberechtigte Kontaktpersonen

  • Personen, die durch die räumliche Nähe zu einer infizierten Person mit hoher Wahrscheinlichkeit ei­ner relevanten Konzentration von Aerosolen auch bei größerem Abstand ausgesetzt waren (z. B. Fei­ern, gemeinsamen Singen oder Sport treiben in Innenräumen),
  • Personen, die sich mit einer infizierten Person in relativ beengter Raumsituation/schwer zu überbli­ckender Kontaktsituation über 30 Minuten aufgehalten haben (z. B. Schulklassen, Gruppenveranstal­tungen),
  • Personen, die durch die „Corona-Warn-App“ des RKI eine Warnung erhalten haben.

Bitte beachten Sie, dass der festgestellte Kontakt innerhalb von zehn Tagen vor der Testung erfolgt sein muss.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Corona-Themenseite der KV Thüringen und den Internetseiten der KBV.

Umgang in der Praxis: Wer wird getestet

Symptomatische Personen

  • Alle Personen, die einschlägige Covid-19-Symptome aufweisen. (GKV, Laborüberweisungsschein Muster 10C)

Asymptomatische Kontaktpersonen

Das Testen von Kontaktpersonen wird beschleunigt. Vertragsärzte können nun neben dem Öffentlichen Gesundheitsdienst Kontaktpersonen ihrer positiv getesteten Patienten selbst feststellen und sogleich mittels PCR-Test ebenfalls testen.

Als Kontaktpersonen gelten Personen, die in den vergangenen zehn Tagen

  • in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten,
  • in demselben Haushalt mit einem bestätigten Fall leben,
  • in einer Situation waren, in der es zu Aerosol-Übertragung gekommen sein könnte (etwa Feiern, Sport in Innenräumen, gemeinsames Singen),
  • mit einer Coronavirus infizierten Person für eine Zeit von mehr als 30 Minuten in relativ beengter Raumsituation waren (etwa Schulklassen, Asylbewerberheime),
  • durch die Corona-Warn-App eine Warnung erhalten haben,
  • eine Coronavirus infizierte Person betreut oder gepflegt haben oder von einer positiven Person betreut oder gepflegt wurden.

Asymptomatische Personen nach Auftreten von Infektionen in Einrichtungen

  • Krankenhäuser

  • Rehabilitationseinrichtungen

  • stationären Pflegeeinrichtungen

  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

  • Einrichtungen für ambulante Operationen

  • Dialysezentren

  • ambulante Pflege

  • Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Praxen anderer medizinischer Heilberufe nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 9 IFSG

Bei Ausbrüchen oder zur Erkennung von Ausbrüchen können Bewohner, Betreute, Patienten, ggf. Besucher und das gesamte Personal zeitnah mittels PCR getestet werden, auch wenn sie keine Symptome haben. Auch Menschen, die sich in den vergangenen zehn Tagen in der Einrichtung aufgehalten haben, also etwa Besucherinnern oder Besucher, dürfen sich testen lassen.

Bei bestätigter SARS-CoV-2-Infektion in Gemeinschaftseinrichtungen:

Bei Ausbrüchen oder zur Erkennung von Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen und -unterkünften (z. B. Arztpraxen, Schulen, Kita, Asylbewerberheim, Notunterkunft, Justizvollzugsanstalt) sollten sich Personen in den Einrichtungen einer PCR-Testung unterziehen, um einer weiteren Verbreitung vorzubeugen. Falls ein schnelles Ergebnis notwendig ist, oder für den Fall, dass die PCR-Kapazität begrenzt ist, können auch Antigen-Tests verwendet werden.

Patienten, Bewohner und Betreute der oben genannten Einrichtungen sollten vor (Wieder-) Aufnahme sowie vor ambulanten Operationen aufgrund der höheren Sensitivität vorzugsweise mit einem PCR-Test getestet werden.

  • Krankenhäuser

  • Rehabilitationseinrichtungen

  • stationären Pflegeeinrichtungen

  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

  • Einrichtungen für ambulante Operationen

  • Dialysezentren

  • ambulante Pflege

Für asymptomatische Besucher von Personen in folgenden Einrichtungen ohne COVID-19-Fall:

  • Krankenhäuser

  • Rehabilitationseinrichtungen

  • stationären Pflegeeinrichtungen

  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

  • Einrichtungen für ambulante Operationen

  • Dialysezentren

ist in Abstimmung mit der lokalen Gesundheitsbehörde ein Antigen-Schnelltest unmittelbar vor Besuch der Einrichtung empfohlen. Eine Testung mit Antigen-Test kann bis zu einmal wöchentlich durchgeführt werden. Ein negatives Testergebnis gilt nur für den Besuchstag.

Einreisen aus Risikogebieten

Personen, die aus einem ausländischen Risikogebiet einreisen, haben weiterhin einen Anspruch auf einen Corona-Test innerhalb von zehn Tagen.

Wer aus einem sogenannten Hotspot innerhalb Deutschlands zurück nach Hause kommt, bekommt nur dann einen kostenlosen Test, wenn das Gesundheitsamt einen solchen veranlasst.

Quelle: RKI


Abrechnung und Formulare

  • Für alle o.g. Tests wird der Laborüberweisungsschein "Muster OEGD" verwendet, hierzu PLZ des ÖGD eintragen!
  • Die Abrechnung der Leistungen erfolgt mit der KV Thüringen. Die Kosten werden monatlich vom Bundesamt für soziale Sicherung (BAS) aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds erstattet.

Alle anderen Informationen zur Abrechnung und Verwendung von Vordrucken werden nachgereicht, sobald sie abschließend geregelt sind.


 

Umgang in der Praxis: Schnelltests

Die Schnelltests vor Ort, sogenannte Point-of-Care-Antigentests (PoC-Antigentests), kommen vorwiegend bei der Testung von asymptomatischen Personen zum Einsatz, und vor allem dann, wenn ein falsch-negatives Testergebnis keine schwerwiegenden Konsequenzen hat.

Eingesetzt werden dürfen nur Antigentests, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft und freigegeben worden sind. Das BfArM führt darübereine Liste, die stetig aktualisiert wird.

Der Anspruch gilt für:

  • Arzt- und Zahnarztpraxen,

  • Krankenhäuser,

  • stationäre Pflegeeinrichtungen,

  • ambulante Pflegedienste,

  • Einrichtungen für ambulantes Operieren,

  • Dialyseeinrichtungen,

  • Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen,

  • Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe sowie

  • ambulante Dienste der Eingliederungshilfe.

Weitere Informationen für die Nutzung von Schnelltests für Sie und Ihr Praxispersonal ohne Covid-19-Fall folgen.

Quelle: RKI